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Nominiert für die olympischen Jugend- Winterspiele 2020

Angefangen hat alles 2008 im ESV-Lindau Ski Alpin, wo sie mit Hilfe unserer Trainer das Skifahren lernte. Im vorletzten Jahr half sie noch als Skitrainerin für den Nachwuchs aus, als sie schließlich 2018 in den deutschen Leistungskader des DAV der Sparte Skibergsteigen aufgenommen wurde. Doch was hat es mit dem Skibergsteigen auf sich?

Beim Skibergsteigen wird ein Berg meist abseits der Piste mit Skiern erklommen. Um beim Aufsteigen ein Abrutschen zu vermeiden, werden Felle verwendet. Dies kennt man zwar auch vom Skitourengehen, im Rennbereich aber fehlen bei den Fellen die Spannhaken und sie bedecken nur etwa zwei Drittel der Skiunterseite. Dadurch wird ein besseres Gleiten in Flachstücken und ein schnelles Abfellen bei den Wechseln ermöglicht. Bergauf benötigt man daher eine gute Aufstiegstechnik. Zusätzlich gibt es noch einige Unterschiede bei der Ausrüstung. Die Bindung ist leichter und nicht höhenverstellbar, aber auch die Skier, Schuhe, Stöcke, Anzug und der Rucksack haben kaum Gewicht. Während ein Alpinskischuh 1863 g und ein Alpinski 2900 g wiegt, bringt ein Skitourenschuh gerade mal 623 g und ein Skitourenrennski 730 g auf die Waage. 

Es gibt drei verschiedene Disziplinen, nämlich Vertical, Sprint und Individual. Beim „Vertical“ werden 500 bis 700 hm bergauf zurückgelegt. Der „Sprint“ beinhaltet pro Durchgang nur etwa 100 Hm. Das Rennen besteht aus vier Abschnitten, bei denen es kurz bergauf mit dem Ski geht, dann folgt eine steile Tragepassage mit den Skiern auf den Rücken. Der dritte Abschnitt geht dann weiter mit wieder angeschnalltem Ski und der letzte schließlich hinunter durch einen Parcour. Die Schnellsten eines Rennens kommen weiter, bis hin zum vierten Durchgang, indem dann ein Sieger ermittelt wird. Hier werden starke Nerven benötigt, denn Skier müssen schnell an- und abgeschnallt und am Rucksack befestigt werden. Die Felle wiederrum müssen schnell vor der Abfahrt heruntergerissen werden, welches viel Übung verlangt.

Die Königsdiziplin ist das „Individual“, in dem Mädchen in Sophias Altersklasse bis zu 1000 hm zurücklegen müssen. Hier liegt ein Wechsel von mehreren Aufstiegen, Abfahrten und extrem steilen Trage- bzw. Kletterpassagen vor. Die Dauer kann durchaus mal über 1 Stunde und 30 Minuten gehen.

Da es im Sommer keinen Schnee gibt, trainiert sie unteranderem mit Rollerskiern und Rennrad, macht aber auch Bergläufe und Bergtouren. Im Winter wird natürlich auf Ski trainiert aber auch Krafttraining und Bergsprints stehen auf dem Programm.

Sophia hat schon einiges im Skibergsteigen erreicht wie bei den Deutschen Meisterschaften den 3. Platz im Vertical im Jahr 2018 und den 1. Platz im Sprint im Jahr 2019. Beim Alpencup hat sie den 1. Platz gesamt erreicht (2019) und zuletzt bei der Weltmeisterschaft den 10. Platz im Individual (2019).

„Viele dieser Erfolge“, so Sophia, „habe ich meiner Abfahrtstechnik und dem jahrelangen Alpinskitraining zu verdanken. Es ist immer wieder überraschend, dass Mädchen mit einer wahnsinnig guten Aufstiegsleistung viele kostbare Minuten in der Abfahrt verlieren. Somit zählen die Rennen mit einer Abfahrt, wie Sprint und Individual, welche äußerst technisch sind zu meinen Lieblingsdisziplinen.“

Jetzt ist es nun auch amtlich, dass Sophia im Januar 2020 an den Olympischen Winter-Jugendspielen in Lausanne teilnehmen wird. In einem internen Qualifikationsrennen sicherte sie sich einen Platz im vierköpfigen DAV-Kader. Sie wird in einer 24-köpfigen Damenkonkurrenz starten, die aus den USA, Kanada, Russland, dem Iran, China und Südkorea stammen. Von der Weltmeisterschaft im vergangenen Frühjahr kennt sie schon einige ihrer Konkurrentinnen. Die YOG (Youth Olympic Games) werden vom 9 bis 22. Januar in Lausanne in der Schweiz in den Disziplinen Individual, Sprint und einer Mixed Staffel stattfinden. Ausgetragen werden diese vom 10.-14.01.2020.

Wir wünschen Sophia für die YOG das Allerbeste und viel Erfolg. Wir sind stolz, dass sie in unserem Verein Mitglied und eine nun so erfolgreiche Skibergsteigerin ist. Wir drücken dir die Daumen, Sophia!!!